Evaluierung des GlüStV 2021 schreitet voran und liefert bis Ende 2026 Bewertungen
Elena Hayes · Jul 12, 2026

Evaluierung des GlüStV 2021 schreitet voran und liefert bis Ende 2026 Bewertungen

Die sechzehn Bundesländer haben die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 initiiert und müssen diese bis zum 31. Dezember 2026 abschließen, während Experten mögliche Verschiebungen in das Jahr 2027 einräumen. Die Prüfung konzentriert sich darauf, wie effektiv die bestehenden Regelungen Kanalisierung und Spielerschutz umsetzen, und eröffnet den Ländern die Chance, Anpassungen vorzunehmen, die auf aktuelle Marktentwicklungen abgestimmt sind.
Hintergrund des Glücksspielstaatsvertrags 2021
Der GlüStV 2021 trat im Juli 2021 in Kraft und schuf ein einheitliches Regelwerk für das gesamte Bundesgebiet, das Online-Casinos, Sportwetten sowie weitere Glücksspielformen abdeckt. Die Länder einigten sich auf Vorgaben zur Lizenzierung, Werbebeschränkungen und technischen Standards, die Betreiber einhalten müssen, um legale Angebote bereitzustellen. Beobachter vermerken, dass dieses Abkommen die Grundlage für eine kontrollierte Öffnung des Marktes bildete, nachdem zuvor fragmentierte Regelungen galten.
Der aktuelle Evaluierungsprozess im Sommer 2026
Im Juli 2026 arbeiten die zuständigen Behörden der Länder bereits an der Sammlung von Daten und der Analyse von Marktzahlen, um festzustellen, ob die Ziele der Kanalisierung erreicht wurden. Die Überprüfung umfasst Berichte zu Spielerzahlen, Lizenzvergaben und Maßnahmen zum Schutz vor problematischem Spielverhalten. Forscher der Europäischen Kommission haben in vergleichbaren Studien ähnliche Bewertungen durchgeführt, die zeigen, wie regulatorische Rahmenbedingungen auf regionaler Ebene wirken. Die Länder tauschen Ergebnisse aus und bereiten eine gemeinsame Stellungnahme vor, die bis Ende 2026 vorliegen soll.
Schwerpunkte der Bewertung: Kanalisierung und Spielerschutz
Ein zentrales Element bildet die Kanalisierung, also der Anteil der Spieler, die auf lizenzierte Plattformen umsteigen. Daten aus Branchenberichten deuten darauf hin, dass die Quote in den vergangenen Jahren gestiegen ist, doch die Länder prüfen, ob weitere Anreize nötig sind, um illegale Angebote zurückzudrängen. Gleichzeitig steht der Spielerschutz im Fokus, wo Maßnahmen wie Einzahlungslimits, Selbstsperren und Alterskontrollen auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden. Die Evaluierung berücksichtigt auch Rückmeldungen von Spielern und Betreibern, um ein umfassendes Bild der aktuellen Lage zu erhalten.
Zeitplan und mögliche Auswirkungen
Die Frist zum 31. Dezember 2026 markiert den Abschluss der ersten umfassenden Bewertung seit Inkrafttreten des Vertrags, wobei Verzögerungen bis 2027 nicht ausgeschlossen werden. Ergebnisse könnten zu Änderungen bei Werbeverboten, Steuersätzen oder technischen Anforderungen führen. Eine solche Anpassung bietet den Ländern die Möglichkeit, auf Herausforderungen wie grenzüberschreitende Angebote oder neue Technologien zu reagieren. Die European Gaming and Betting Association hat in ihren Jahresberichten ähnliche Evaluierungsprozesse in anderen Mitgliedstaaten dokumentiert, die als Referenz dienen könnten.

Marktherausforderungen und regulatorische Anpassungen
Der Markt steht unter Druck durch illegale Anbieter, die weiterhin ohne Lizenz operieren, sowie durch sich ändernde Spielgewohnheiten der Nutzer. Die Überprüfung erlaubt es den Ländern, Daten zu Lizenzvergaben und Umsätzen auszuwerten, die von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder zusammengetragen werden. Solche Analysen helfen dabei, festzustellen, ob die bestehenden Regeln ausreichen oder ob Nachjustierungen erforderlich sind, um den Schutz der Spieler zu stärken und gleichzeitig legale Angebote zu fördern.
Internationale Vergleiche und Erkenntnisse
Studien der University of Nevada, Reno haben regulatorische Modelle in Europa untersucht und zeigen, dass regelmäßige Evaluierungen zu besseren Ergebnissen bei Kanalisierung und Schutzmaßnahmen führen können. Die deutschen Länder beziehen solche internationalen Erkenntnisse in ihre Arbeit ein, ohne dabei nationale Besonderheiten außer Acht zu lassen. Die Bewertung bis 2026 schafft damit eine Grundlage für fundierte Entscheidungen, die auf Fakten und Erhebungen basieren.
Schlussfolgerung
Die laufende Evaluierung des GlüStV 2021 liefert den sechzehn Ländern bis Ende 2026 oder gegebenenfalls 2027 eine detaillierte Grundlage, um die Wirksamkeit der Regelungen zu bewerten und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen. Die Konzentration auf Kanalisierung und Spielerschutz ermöglicht es, auf Marktveränderungen zu reagieren und das bestehende System weiterzuentwickeln, während alle Beteiligten auf transparente und datengestützte Ergebnisse warten.